A Discovery of Witches – von Deborah Harkness

von NalaBetween | 20. September 2026 | 0 Kommentare

«Es beginnt mit Mangel und Verlangen. Es beginnt mit Blut und Angst. Es beginnt mit einem Hexenfund.»
- Auszug aus dem Buch "A Discovery of Witches"

Ein All Time Favorite - oder die Bücher Reihe, welche mich unteranderem dazu Inspirierte, selbst zu schreiben.

A Discovery of Witches oder auch Die Seelen der Nacht von Deborah Harkness ist das erste Buch einer Trilogie. Wobei es mittlerweile noch zwei weitere Bücher gibt, die als Fortsetzung gesehen werden können. Aber darauf können wir ein anderes Mal zurückkommen. Heute konzentrieren wir uns auf das erste Buch, auch wenn die ganze All Souls-Trilogie ein Schmuckstück ist. In den folgenden Zeilen möchte ich euch dieses Buch oder gar die Reihe näherbringen, ohne euch zu viel zu verraten. Wer sich für eine vertieftere Meinung interessiert, liest ab der kommenden Spoiler-Warnung weiter.

Eine kleine Anekdote

Das Buch wurde damals im Jahr 2011 veröffentlicht. Da war ich 15 Jahre alt, noch in der Schule und das Lesen und Schreiben fiel mir ungemein schwer. Ich tat es gerne, solange der Inhalt der Bücher und der Schreibstil einfach war. Komplexe Bücher waren zu schwer für mich und von denen hielt ich mich normalerweise fern. Aber der Originalklappentext hatte mich einfach gefesselt und ich wusste, ich musste dieses Buch haben, auch wenn dieses Buch 830 Seiten besass und keine «Leichte Lektüre» war. Ich kann mich erinnern, auf dieses Buch gespart zu haben. Es war teuer, ohne Farbschnitt und im Hardcover. Kaum hatte ich das Buch, war ich süchtig nach dieser Geschichte und konnte die Fortsetzungen kaum erwarten. Die Geschichte von Diana und Matthew hat einen speziellen Platz in meinem Herzen bekommen.

Zusammenfassung der Storyline

Im Buch geht es um Diana Bisoph, eine Historikerin in Oxford. Diana ist eine Hexe, wobei sie versucht als Mensch zu leben und ihre Kräfte und Magie dabei unterdrückt und nicht benutzt. Bei einem ihrer üblichen Besuche in der Bibliothek von Oxford, fällt ihr ein altes Manuskript in die Hände. Diana wird nun von anderen Kreaturen verfolgt und gejagt, welche an die Geheimnisse des Manuskriptes wollen. Wie es sich für ein Buch mit Romanzen, Intrigen und Herzschmerz so gehört, eilt ihr der Naturwissenschaftler und uralte Vampir Matthew Clairmont zur Hilfe. Somit beginnt das Abenteuer für Diana...

Über den Schreibstil

Deborah Harkness hat einen sehr schönen Schreibstil und man merkt, dass sie Recherche betrieben und sich mit ihrer Welt beschäftigt hat. Im ganzen Buch findet sich ein roter Faden wieder, welcher sich schlussendlich durch alle Bücher zieht. Die Kapitel bauen aufeinander auf und ergeben Sinn. Es geschieht nichts einfach so, alles hat seine Richtigkeit. Man merkt einfach, wie viel Zeit Deborah Harkness in ihr Buch gesteckt hat. Handlungen haben Konsequenzen, welche wieder aufgegriffen werden, die Heldenreise macht Sinn und ist wohl überlegt. Es passiert nichts einfach so und das ist unfassbar spannend und nervenaufreibend zugleich. Man weiss nie, was als nächstes passiert oder welche Hürden Diana als nächstes schaffen muss. Die Charaktere haben so viele Facetten, Rundungen und fühlen sich lebendig an. Die Entwicklungen der Charaktere sind nachvollziehbar und passieren aufgrund des Plots und nicht einfach willkürlich. Man lernt die Charaktere lieben oder hassen und ist völlig investiert in dem, was passiert.

Fazit

Dass ich mich damals für dieses 830-seitiges Buch über Hexen, Vampire und andere Kreaturen entschied habe, war ein Wendepunkt in meinem Leben. Es eröffnete mir die Welt der Fantasy und verbesserte meine Lese- und Schreibfähigkeiten. Meine Leidenschaft zum Schreiben war geweckt- und hat sich bis heute noch gehalten.

Bis heute 5/5 Sternen. Empfehle ich jedem weiter, der Fantasy, Romantik und historische Geschichten mag und etwas Magie in seinem Leben haben möchte.

Um zu erklären, warum mir dieses Buch so gut gefällt, muss ich mehr auf die Geschichte und Geschehnisse eingehen. Ich will aber niemandem vorenthalten, die Welt selbst entdecken zu dürfen. Wenn du weiterlesen möchtest, musst du dich teilweise spoilern lassen. Ich habe diese aber auf das meiner Meinung nach Minimum an Spoilern beschränkt.

Über die Geschichte und den Plot

Die Geschichte ist mit über 800 Seiten sehr komplex und ohne einen Roman über diesen Roman schreiben zu wollen, muss ich mich auf einzelne Dinge konzentrieren. Darum gehe ich nicht auf jeden Plot Punkt in dieser Geschichte ein, dafür wären es zu viele.

Das wir uns mit Diana und Matthew auf die Suche nach dem Mysteriösen Manuskript Ashmole 782 machen, ist unfassbar spannend. Ich weiss, ich wiederhole mich. Aber dieses Rätsel, was wirklich in diesem Manuskript steht, hat mich 3 Bücher und mit 2'432 Seiten lang gefesselt. Auch Jahre danach, ist es eine Geschichte die liebe und immer wieder daran denke. Warum wollen alle Wesen dieses Ashmole 782? Warum glauben alle, dass ihre und nur ihre Wahrheit darinsteht? Und warum ist Diana die einzige Person, die das seit 150 Jahre verschwundene Manuskript einfach per Zufall findet und für eine kurze Zeit lesen konnte? Man begleitet die beiden bei dem Lösen dieses Rätsel, entwickelt Theorien und hat Ideen, was es auf sich haben könnte.

Im Verlauf der Geschichte finden wir heraus, dass Ashmole 872 die Antwort zu den Geheimnissen der Kreaturen beherbergen könnte. Dämonen, Vampire oder Hexen glauben, dass dieses Manuskript jeweils der eigenen Rasse gehört. Repräsentanten der Kongregation, eine Art Bündnis der Kreaturen, wurden aufmerksam und versuchen das Manuskript zu bekommen. So beginnt dann wortwörtlich die Hexenjagd.

Diana und Matthew begegnen auf ihrer Reise einigen Figuren, die ihnen böses wollen. Vor allem Peter Knox, der Hexenmeister und ein Mitglied der Kongregation, ist jemand, den wir sehr schnell lernen zu hassen. Er ist überzeugt, dass nur die Hexen gutes mit dem Manuskript tun würden und das es nur ihnen gehört. Er ist nicht abgeneigt, unkonventionelle Handlungen anzuwenden und eine andere, sehr starke Hexe auf Diana zu hetzen. Es geschehen Diverse Dinge im Buch, die einen den Atem anhalten lassen und man fragt sich dauern, was als nächstes passiert und wie sich Diana und Matthew entscheiden.

Matthews eigene Familie stellt sich anfangs quer und es braucht eine Weile, bis sie sich auf die Seite von ihnen stellen. Die Vergangenheit der Familie Clairmont spielt eine grosse Rolle, weshalb sich zum Beispiel die Vampir Mutter Ysabeau anfangs gegen ihre Liebe stellt. Auch wird diese Vergangenheit ein grosser Teil in den Zukünftigen Büchern spielen.

Im Grunde und ohne noch mehr auf den gesamten Plot einzugehen, erwartet man in den 800+ Seiten viel Abenteuer, Ungewissheit, Liebe und Intrigen. Es wird nicht langweilig und man will unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Mir gefällt es, in die Geschichte von Hexen, Dämonen und Vampire einzutauchen, die einem Schriftstück hinterherjagen. Ich mag es, dass die Themen in diesem Buch realistisch sind, auch wenn es auf einer magischen Basis besteht. Ich finde es gut, wie Deborah Harkness einen in den Bann zieht und mit ihren eigenen Kenntnissen als Wissenschaftshistorikerin, der Geschichte eine unfassbar gute Tiefe gibt.

Die Liebesgeschichte zwischen Diana und Matthew

Sie lernen sich kennen, weil Matthew wie jeder andere über Diana zum Ashmole 782 kommen möchte. Als Teenager habe ich es nicht hinterfragt, warum Matthew Diana beobachtet oder bei ihr in die Wohnung steigt, um mehr über Ashmole 782 herauszufinden. Als Erwachsene sehe ich es Kritisch, Stalking und Einbrechen zu romantisieren. Vielleicht gehört sich das für Vampire so? Matthew merkt dann aber schnell, dass Diana mehr als nur ein Mittel des Zwecks ist. Die beiden verbringen immer mehr Zeit miteinander und so entwickelt sich eine Liebe.

Eine ihrer grössten Hürden, welche sie zu überwinden haben, ist die Verbotene Liebe, welche sie aneinanderbindet. Eine Fobidden Love, mit viel Sehnsucht, Wachstum und dem Kampf darum, einfach den lieben zu dürfen, wen man will. Wie es nun mal so ist, sind die jeweiligen Repräsentanten der Kreaturen nicht erfreut darüber und machen den beiden unteranderem deswegen das Leben schwer. Etwas, dass mich sowohl damals als Jugendliche wie auch heute als Erwachsene Frau in dieser Beziehungsdynamik abholt, ist wie ihre Liebe durch die Geschichte hindurch wächst. Es zeigte mir, dass die Liebe Raum zum Wachsen braucht, man sich von Tiefen nicht abschrecken lassen soll und sie nicht selbstverständlich ist. Bei Matthew und Diana sieht man dieses Wachstum sehr. Es fühlt sich so an, als würde man mit ihnen gemeinsam wachsen, was mir persönlich sehr gefällt.

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