Hinweis: Dieser Beitrag enthält Spoiler.
"Drei Hinreissende Männer und eine abgelegen Berghütte in Schweden"
-Auszug aus dem Klappentext
Das Öffnen der Büchse der Pandora
Zumindest hat es sich damals so angefühlt. Dieses Mal möchte ich mich einer Reihe, bzw. einem Buch davon beschäftigen, welche mir damals unteranderem die Türen zur Why Choose geöffnet hat.
Die Romane von Lily Gold und ihrem ersten Buch: Three swedish mountain men. Alle Bücher sind Stand-Alone Geschichten, welche ich gerne gelesen habe. Manche mehr, manche weniger. Aber ich dachte mir, fangen wir doch einfach beim ersten Buch an! Was ich definitiv nicht als erstes gelesen habe, sondern als vorletztes. Warum? Das weiss ich auch nicht mehr so genau. Ich glaube mich daran zu erinnern, dass ich die Bücher so gelesen habe, wie sie damals im Deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurden. Von dem her besser spät als nie. Los gehts!
Klappentext
«Die junge Lehrerin Daisy fährt überstürzt und unvorbereitet nach Schweden, um die wohl schlimmste Woche ihres Lebens hinter sich zu lassen. Das Letzte, was sie jetzt noch gebrauchen kann, ist der Elch, der ihr vor das Auto läuft. Oder der wortkarge und muskelbepackte Ranger, der sie aus ihrem Autowrack rettet und sie als naive Touristin beschimpft. Doch ein Sturm zieht auf, und widerwillig nimmt der Ranger Daisy mit auf seine Hütte, in der seine Mitbewohner warten.
Eingeschneit vor dem knisternden Kaminfeuer lernt Daisy den Arzt Riven kennen, der sie mit seinem Körper in den Wahnsinn treibt, sowie Eli, den Skilehrer mit Lippen, die sie unbedingt küssen möchte. Riven und Eli lieben es, Daisy gemeinsam zu verwöhnen. Nur Ranger Cole taut nicht auf. Er ahnt, dass Daisy ein dunkles Geheimnis in sich trägt …» - Auszug aus dem Buch
Die Charaktere
In allen Büchern von Lily Gold treffen wir immer denselben Typ an Mann. Man kann sie super kategorisieren:
- Der Golden Retriever und Sunny Boy: Eli der coole Skilehrer, der eine dunkle Vergangenheit hat, aber einfach nur das Beste im Leben sieht und immer gut gelaunt ist.
- Der emotional nicht erreichbare: Cole der eisige Ranger, der eigentlich tief in ein Herzen ein grosser kuscheliger Teddy ist.
- Und der ernste, aber sanfte: Riven unser sensibler Arzt, der den Überblick über alles hat und seinen Job auch bei Daisy sehr ernst nimmt.
Lily Gold holt mit diesen Charakter Tropes die Leserschaft ab und ich würde mal behaupten, das ziemlich erfolgreich. Auch, wenn es etwas vorhersehbar ist und nichts neues, lese ich es unfassbar gerne. Vielleicht bin ich ein Gewohnheitsmensch und mag Dinge, die ich bereits kenne. Manchmal wünsche ich mir jedoch etwas Abwechslung in den Charakteren, die ich in einem Buch lese. Es gibt auch andere Typen an Männer, die man schreiben, geschweige denn lieben kann. Warum dann nicht auch hier?
Dann folgt noch Daisy, die vor ihrem Ex und dem «dunklen Geheimnis» flieht ist eine kleine, süsse 155cm grosse Frau, die in den UK als Lehrerin gearbeitet hat und in Schweden dann ihre Leidenschaft zum Malen wieder entdeckt. Im Verlauf des Buches beginnt sie damit, Aufträge dafür anzunehmen. Manchmal liest sie sich etwas hilflos, was ich persönlich etwas schade finde. Man merkt ein bisschen, so finde ich zumindest, dass der Fokus auf den Jungs und dem Smut liegt. Man gewöhnt sich schlussendlich daran, dass sie etwas hilflos wirkt.
Die Charaktere haben trotz der Schublade, in die man sie stecken kann, dennoch ihre Tiefe und eigene Geschichte. Auch wenn ich mich ein bisschen an dem Klischee störe, das es in vielen Büchern diese Standardtypen gibt, liebe ich sie und geniesse es dennoch, sie zu lesen. Ich glaube hier liegt es sehr an der Vielfallt und der Art, wie man diese Klischees schreibt. Und Lily Gold macht es charmant und sexy.
Über den Plot mit Spice, Schnee und Themen, die unter die Haut gehen. Und war mich ein bisschen daran stört.
Daisy flüchtet Wort wörtlich nach Schweden, da ihr Ex ohne ihr Einverständnis ein Video über sie veröffentlicht hat. Die Veröffentlichung schlägt grosse Wellen in ihrem Leben, gefolgt von Mobbing, Sozialem und beruflichen Ausschluss und einer kleinen Art von Hetze. In Schweden versucht sie davon zu entkommen, denkt sich, so weit in der Wildnis wird niemand davon wissen.
Ich musste etwas schmunzeln bei diesem Gedanken. Schweden ist zwar gross und mit viel Natur und manchmal braucht man eine sehr lange Weile, um von A nach B zu kommen. Was aber nicht bedeutet, dass der Norden von Schweden von der Aussenwelt abgeschnitten ist. Mir ist bewusst, dass sie auf eine Art die Abgeschiedenheit damit romantisiert, und geben wir doch zu, dass wir alle tief in uns lieber in einem süssen kleinen Cottage wären, abgeschottet von der Welt. Aber gleichzeitig stört es mich ein bisschen. Schweden ist nicht abseits des Netzes…Sozialmedia existiert auch dort...come on!
Ich finde es gut, dass in diesem Buch ein ernsteres Thema angesprochen wird und es sich auch durch den Plot hindurch zieht. Trotzt Smut im Fokus, verliert sich der Grund ihrer Flucht nicht und man kommt immer wieder darauf zurück. Natürlich wird auf das Thema nicht super tief eingegangen, schliesslich geht es hier hauptsächlich um den guten Smut. Aber der soll halt schon seinen Plot haben, oder nicht? Also wird das Geheimnis durchgegangen, mit allen tiefen und höhen die es haben kann und es gibt logischerweise ein Happy End. Wuhu!
Wie wir im Klappentext lesen können, wird sie von dem muskulösen, aber wortkargen Ranger Cole aus dem Wagen gerettet. In der Waldhütte verbringt sie die nächsten Wochen nicht nur damit, von den heissen schwedischen Männern flachgelegt zu werden, sondern auch ihrer Leidenschaft dem Zeichnen nachzugehen. Lily lässt nicht lange auf die erste Smut Einlage warten, auch wenn diese nur ein Traum ist.
Ich weiss nicht ob es an der deutschen Übersetzung liegt oder an Lilys Schreibstil, aber manchmal störe ich mich etwas an der Schreibweise des Buches. Meistens liest es sich gut und fliessend, es macht Spass und der Plot ist spannend. An manchen Stellen aber, vor allem bei manchen Gesprächen, fühlt es sich abgehackt und unvollständig an. Die Sätze sind kurz und die Gespräche fühlen sich etwas leblos an. Manche Textpassagen sind ein bisschen cringe und erinnern mich so ein ganz kleines bisschen an Fanfiktions, bei denen die Protagonistin übertrieben süss wirken soll.
Auch finde ich es einfach etwas seltsam, wenn Daisy auf Rivens bitte hin das T-Shirt nicht ausziehen möchte, nachdem sie sich gerade mal 5 Minuten kennen. Sie setzt Grenzen und möchte nicht halb nackt (umzingelt von drei Fremden Männern) im Wohnzimmer sitzen. Riven setzt dann seinen Kumpel Eli darauf an, ihr das Shirt auszuziehen, weil er denkt sie verheimlicht wunden? Ähm, hallo? Vermutlich soll es witzig sein, dass eine kleine 1.55 cm Frau sich den grossen, starken schwedischen Männern stur gegenüberstellt und ihre Grenzen setzt und keinen Consent gibt. Daran störe ich mich etwas, wer aber nur für den Smut da ist, muss sich vermutlich nicht so intensiv damit auseinander setzen (tu ich manchmal auch nicht).
Das Flirten geht direkt los, dicht gefolgt von Kosenamen wie Babe und Man Handling. Irgendwie stört es mich, dass Daisy von Anfang an angebaggert wird. Aber ich weiss auch, dass es sich für ein Why Choose/Reverse Harem Buch sich so gehört. Und dennoch wäre es etwas wünschenswerter, wenn man sich nicht direkt um Seite 40 mit unangenehmen Flirtversuchen und dem ersten Man Handling auseinandersetzen muss. Mir war das beim Lesen unangenehm und ich habe schon seltsameres Zeug gelesen.
Auch wenn ich ein paar Dinge daran auszusetzen habe gefällt mir die Geschichte grundsätzlich gut. Der Smut ist nice, lässt sich gut lesen und es hat eine gute Menge davon im Buch. Ich kann mich definitiv nicht beklagen. Es ist spannend herauszufinden, wie die Jungs auf Daisy und ihr «Geheimnis» reagieren und wie es gelöst wird. Ich glaube, man darf aber nicht allzu viel Erwartungen an einen Tiefgründigen Plot haben. Denn der Plot ist der Smut, nicht das Geheimnis 😉
Fazit
Wer also ein Reverse Harem sucht, mit gutem Smut und Plot mit etwas Tiefe und einem Thema, dass etwas ernster ist als erwartet, hat mit «Three Swedish Mountain Men» defintiv sein Buch gefunden.
4 von 5 Sternen, empfehle ich weiter













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